Optimismus und Idealismus sind wesentliche Voraussetzungen zum Züchten von Rassehunden, was jedoch allein nicht ausreicht. Schon zu viele meinten, es sei kein Problem, gingen mit ihrer ach so lieben Hündin zu dem doch recht stattlichen Max aus dem Nachbarort und geben sich als Züchter aus. Sie haben damit das Heer derjenigen vergrößert, die gedankenlos oder geschäftstüchtig, entdeckt haben, daß sich Westiewelpen gut verkaufen lassen. Ich hoffe, dass es immer mehr Menschen, die sich für den Westie, sei es als Gefährten für die Familie, oder als Rasse West Highland White Terrier, klar wird, dass jedes Leben davon abhängt ob ihm bei Beginn der bestmögliche Start gegeben wird. Sorgfältig aufgezogene Welpen wachsen zu guten Westies heran, sie werden gesund sein und ein zuverlässiges Wesen besitzen. In der Obhut verantwortungsvoller Besitzer können sie zu guten Gefährten heranwachsen. Beobachtung der Welpen und weiterer Kontakt mit dem neuen Besitzer, sowie Kontrolle der Entwicklung und Qualität werden den guten Züchter veranlassen, seine Arbeit ständig zu verbessern. Schlecht aufgezogene Welpen neigen dazu, krank und verhaltensgestört zu werden und können dann kaum noch als gute und wesensfeste Hunde angesehen werden. Es liegt in der Verantwortung des Züchters eines Wurfes, dafür zu sorgen, daß die Welpen den bestmöglichen Start erhalten. Das bedeutet insbesondere gute Aufzucht und Sozialisierung, sowie Abgabe der Welpen in verantwortungsbewusste Hände. Welpen richtig aufzuziehen ist nicht sehr schwer, man braucht nur viel Zeit dafür. Wer die Zeit nicht hat, um sich der Aufzucht zu widmen, sollte seine Hündin nicht decken lassen. An der artgerechten Haltung, dem guten physischen und psychischen Zustand der gehaltenen Hunde kann man den verantwortungsbewussten Züchter erkennen. Züchten ist keine Kunst, die einem angeboren ist. Gutes züchten ist eine Kunst, die sich lernen lässt. Sie dient im Idealfall dazu, eine Rasse zu verbessern. Der verantwortungsbewusste Züchter wird nur dann mit einer Hündin züchten, wenn er begründet davon ausgehen kann, dass aus dieser Hündin erstklassiger Nachwuchs zu erwarten ist. Wer nicht mit dieser Grundhaltung an die Zucht herangeht, ist nicht Züchter, sondern Vermehrer. Das Gedeihen und Verderben einer Hunderasse liegt einzig und allein in der Hand des Züchters. Die züchterische Vervollkommnung und die Beseitigung von Zuchtschäden muss das oberste Gebot züchterischen Handelns sein. Eine Verbesserung kann nur durch Zusammenarbeit der Züchter untereinander, mit Tierärzten und wissenschaftlichen Institutionen erreicht werden. Die Probleme der Welpenaufzucht beginnen bei der Planung der Zucht mit der Auswahl der Zuchtpartner. Deshalb sollte sich jeder angehende Züchter mit den wesentlichen Grundsätzen der Genetik beschäftigen, damit nicht bereits der erste Versuch in einer Katastrophe endet. Zum Glück gibt es bei unserer Rasse bisher keine wesentlichen Geburtsprobleme. Dafür sind aber in den letzten Jahren genügend andere, teilweise schwere genetische Defekte unserer Rasse bekanntgeworden. Diese sollten dem angehenden Züchter bekannt sein. Die Rassehundeverbände beschäftigen sich damit, haben teilweise Maßnahmen eingeleitet und beraten die Züchter. Leider gibt es jedoch noch genügend Züchter, die Fehler nicht zugeben oder sogar vertuschen. Leider ist es dadurch nicht möglich, die defekten Tiere rechtzeitig zu erfassen und von der Weiterzucht fernzuhalten. Zur Bewältigung dieser genetisch bedingten Probleme sind Zuchtrichtlinien, an die sich die Züchter halten müssen eine unbedingte Notwendigkeit. Diese Zuchtrichtlinien sind jedoch immer nur das Minimum. Ein guter Züchter ist von sich aus an allen neuen Wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert und bereit, diese im Interesse der Gesundheit unserer Westies umzusetzen. Jeder Züchter sollte ein klares Zuchtziel und den Willen haben, die Rasse durch züchterische Leistung zu verbessern |